Tonleitern / Skalen

Unter einer Tonleiter versteht man eine Reihe von Tönen, welche innerhalb einer Oktave geordnet sind, und das "Grundmaterial" eines Stückes bzw. einer Komposition darstellen.

Die Auswahl der Töne und die Tonabstände zwischen den Tönen bestimmen das Tongeschlecht. Grundsätzlich lassen sich in unserem 12tönigen Tonsystem 4 Einteilungsarten der Oktave unterscheiden:

Pentatonik, Ganztonleiter, Diatonik und Chromatik.

Pentatonik

Die Pentatonik ist eine halbtonlose Fünftonleiter mit 3 Ganztönen und 2 kleinen Terzen:

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Man kann sich die Pentatonik vorstellen als die Zusammenlegung vier benachbarter Quinten in einen Oktavraum ( c - g - d - a - e).

Ganztonleiter

Die Ganztonleiter ist eine halbtonlose Sechstonleiter, bestehend aus lauter Ganztonschritten:

Die Ganztonleiter kommt häufig in der impressionistischen Musik (Claude Debussy, Maurice Ravel...)sowie im Jazz vor.

 

Diatonik - Durtonleiter

Schreibt man alle Töne von c' bis c'' ohne Versetzungszeichen, so erhät man eine C-Durtonleiter.
Die Halbtonschritte einer Durtonleiter sind immer zwischen der III. und IV. Stufe und zwischen der VII. und VIII. Stufe.

Die Durtonleiter besteht aus zwei gleichen Hälften, den Tetrachorden (griechisch tetra = vier), welche jeweils aus 2 Ganztonschritten und einem Halbtonschritt bestehen.

Will man diese Durtonleiter nach aufwärts oder abwärts versetzen (transponieren), so muss man durch die entsprechenden Vorzeichen dafür sorgen, dass sich die Halbtonschritte jeweils zwischen der III. und IV. Stufe und zwischen der VII. (Leitton) und VIII. Stufe Halbtonschritte befinden.

Zwischen allen anderen Stufen sind Ganztonschritte

Auf jedem der 12 Töne lassen sich Durtonleitern bilden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quintenzirkel

Den Quintenzirkel erhält man, wenn man alle Durtonarten der Reihe nach der Anzahl der Vorzeichen ordnet:. Im Uhrzeigersinn befinden sich die  Kreuz-Tonarten, gegen den Uhrzeigersinn die b-Tonarten. Im Innenkreis steht die jeweilige parallele Molltonart.

Merksprüche:

für #-Tonarten: Geh Du Alter Esel Hole Fische

für b-Tonarten: Frische Brezen Essen Alte Damen Gerne

Moll-Tonleiter

Bei der Molltonleiter unterscheiden wir drei verschiedene Arten :

1. das natürliche Moll

2. das harmonische Moll

3. das melodische Moll

Dem natürlichen Moll liegt die Tonreihe a-h-c-d-e-f-g-a zugrunde (ihr Vorläufer ist die äolische Kirchentonart), d.h. ihre Halbtonschritte liegen zwischen der II. und III. Stufe und zwischen der V. und VI. Stufe.

Beispiel: Natürliches Moll

Harmonisches Moll

Beim harmonischen Moll wird die VII. Stufe durch ein Versetzungszeichen erhöht (Leitton)

Beispiel: Harmonisches Moll

Dadurch ergeben sich 3 Halbtonschritte ( zwischen der II. und III. Stufe, der V. und VI. Stufe und zwischen der VII. und VIII. Stufe) sowie ein 1½ Tonschritt (übermäßige Sekund) zwischen der VI. und VII. Stufe.

 

 

 

 

 

Melodisches Moll

Die melodische Molltonleiter erhöht beim Aufwärtsgehen die VI und die VII. Stufe erniedrigt aber beide wieder beim Abwärtsgehen.

Beispiel: Melodisches Moll


Will man diese Molltonarten transponieren, so muss man, wie bei den Dur-Tonleitern, durch die entsprechenden Vorzeichen dafür sorgen, dass sich die Halbtonschritte und Ganztonschritte zwischen den richtigen Stufen befinden.

 

An der Außenseite dieses Kreises sieht man die Durtonarten (Großbuchstaben) und ihre zugehörigen Vorzeichen; an der Innenseite stehen die zugehörigen (parallelen) Molltonarten (Kleinbuchstaben), welche dieselben Vorzeichen wie ihre parallelen Durtonarten haben.

 

Chromatische Tonleiter

Die Aufeinanderfolge von allen zwölf Halbtonschritten ergibt die chromatische Tonleiter.

Beispiel: Chromatische Tonleiter

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Es gilt in allgemeinen der Grundsatz, dass beim Aufwärtsgehen ein Kreuzvorzeichen, und beim Abwärtsgehen ein b-Vorzeichen verwendet werden soll.

 

 

 

 

 

Kirchentonarten

Im Gregorianischen Choral, im alten Volkslied, sowie im Jazz begegnen uns noch andere Tonreihen, die ebenfalls Ausschnitte aus dem Bereich der Diatonik darstellen:  die Kirchentonarten :

        1. Dorisch

Beispiel: Dorisch

        2. Phrygisch

Beispiel: Phrygisch

        3. Lydisch

Beispiel: Lydisch

        4. Mixolydisch

Beispiel: Mixolydisch

        5. Äolisch später entwickelt sich daraus Moll

Beispiel: Äolisch

        6. Lokrisch       

Beispiel: Locrisch

         7. Ionisch Dur

Beispiel: Ionisch (Dur)