Carmina Burana (Carl Orff)

 

Carmina Burana (lat. „Beurer Lieder“ oder, Lieder aus Benediktbeuern‘) ist eine szenische Kantate von Carl Orff aus den Jahren 1935–36. Die Texte in mittellateinischer, altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprache sind den Carmina Burana entnommen, einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten.

Die Carmina Burana wurde am 8. Juni 1937 in der Oper zu Frankfurt uraufgeführt.

Entstehung:

1934 traf Orff eine Auswahl der Texte mit einer weiten  Spanne weltlicher Themen: die Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, die Flüchtigkeit des Lebens, die Freude über die Rückkehr des Frühlings sowie die Genüsse und Gefahren von Trinken, Völlerei, Glücksspiel und Wollust.

Bei der Vertonung handelt es sich um eine völlige Neukomposition. Zur Entstehungszeit von Orffs Werk war noch kaum eine der originalen mittelalterlichen, in Neumen notierten Melodien rekonstruiert. So gestaltete er die Musik nach bereits bekannten Stilmerkmalen des Mittelalters wie etwa Bordunbegleitung oder historische Skalen. Orff selbst bezeichnete sein Werk weder als Oper noch als Oratorium oder Kantate.

Besetzung:

Die Carmina Burana sind instrumentiert für 3 Flöten, 3 Oboen, 3 Klarinetten in B und A, 2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner in F, 3 Trompeten in B und C, 3 Posaunen, Tuba, 2 Klaviere, Celesta, großes Schlagzeug und Streicher.

Das Schlagzeug setzt sich zusammen aus 5 Pauken, 2 Kleinen Trommeln, Großer Trommel, Triangel, verschiedenen Becken, Ratsche, Kastagnetten, Schlittenglocken, Tamtam, Tamburin, Röhrenglocken, 3 Glocken, 3 Glockenspielen und Xylophon.

Die Gesangsstimmen umfassen je einen Sopran-, Tenor- und Baritonsolisten, einen großen vierstimmigen Chor mit Soli für 3 Tenöre, Bariton und zwei Bässe, einen vierstimmigen Kammerchor und einen Kinderchor.

 

Aufbau:

Orff wählte eine Gliederung in drei Teile:

 

Primo vere, Ûf dem Anger (Erwachen des Frühlings, Liebe)

In Taberna (opulentes Gelage)

Cours d'amour und Blanziflor et Helena

 

Eingerahmt wird das Werk von einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna („Fortuna Imperatrix Mundi“), die das Schicksal der Menschen letztlich bestimmen soll.

Orff ging mit dem vorgefundenen Material der Carmina Burana recht frei um. So benutzte er von mehreren Gedichten nur Teile oder Einzelstrophen für sein Chorwerk.  Auch folgte er nicht den oft sehr komplizierten Metren der Lieder, Sequenzen und Leichs der Handschrift, sondern erfand ganz neue, oft mitreißende und tänzerische Rhythmen zu den alten Texten.

Musikalisch ist das Chorwerk von raffinierter Schlichtheit: In konventioneller oder archaisierender Harmonik setzt es ganz auf die Kraft seiner Melodien, deren Simplizität bisweilen an die von Abzählversen erinnert

 

Wirkungsgeschichte:

Nach der erfolgreichen Uraufführung im Jahre 1937 schrieb Orff an seinen Verleger: „Alles, was ich bisher geschrieben und was Sie leider gedruckt haben, können Sie nun einstampfen! Mit den Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke!“

Das Werk wurde rasch zu einem der populärsten Stücke ernster Musik des 20. Jahrhunderts. Insbesondere der wuchtige Chorsatz zu O fortuna, mit dem das Werk einsetzt, ist so populär, dass er wiederholt in der Werbung eingesetzt wird.

O Fortuna und Fortuna Imperatrix Mundi fanden auch Verwendung im Metal. Bekannte Adaptionen sind die von Ozzy Osbourne auf dem Live-Album Tribute: Randy Rhoads (1987) und die Verwendung im Outro The Mighty Empress des Onslaught-Debüts Power From Hell (1985).

 

Carl Orff

 

Carl Orff (* 10. Juli 1895 in München; † 29. März 1982 ebenda) war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge. Sein bekanntestes Werk ist die szenische Kantate Carmina Burana, die zu einem der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts wurde.

 

Er erhielt bereits mit fünf Jahren Klavier, Cello und Orgelunterricht und schrieb erste Kompositionen. Sang im Chor des Gymnasiums und spielte auf der Orgel im Schulorchester. Studierte in München Musik und Musikpädagogik. Ab 1919 Kapellmeister in München, Darmstadt und Mannheim. Leitete an der „Güntherschule“ die Musikabteilung und entwickelte seine Idee, die musikalische Erziehung aus der Rhythmik und der Bewegung heraus zu entwickeln. Entwickelte das so genannte Orff-Schulwerk.

 

Für die Olympischen Spiele 1936 ! komponierte er ein Werk.

Er unterrichtete nach dem Krieg an der Münchener Musikhochschule,  ab 1961 leitete er das Orff-Institut in Salzburg. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.

Sein Verhältnis zum NS-Staat gerät immer wieder in Diskussion. Hier ergibt sich das Bild des unpolitischen Künstlers, der sich doch mit den Nazis arrangieren konnte.  1944, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde Orff von Hitler auf der „Gottbegnadeten-Liste“ genannt,  wodurch er vom Wehrmachts- und Arbeitseinsatz an der Heimatfront freigestellt war, nicht zuletzt wegen des aus der Sicht der Machthaber unbedingt schützenswerten „deutschen Kulturerbes“.

 

Werke:

Carmina Burana 1937

Catulli Carmina 1943

Der Mond

Die Kluge (Oper) und das Orff-Schulwerk sind nur einige seiner vielen Kompositionen.

 

 

Quelle: Wikipedia.