KONZERT:

 

Das Wort hat zwei unterschiedliche Bedeutungen:

1.) Konzert als musikalische Veranstaltung

2.) Konzert als musikalische Form

 

ad 1. KONZERT ALS VERANSTALTUNG

Welche Arten von Konzerten gibt es?

Wo fanden finden Konzerte statt?

Wer war (ist) das Publikum?

 

ENTWICKLUNG DES KONZERTS

Im Gegensatz zur Kammermusik war die Konzertmusik für größere Festlichkeiten, in größeren Sälen bei Hofe gedacht. Die Musik war also nur einer kleinen elitären Schichte zugänglich und zur Unterhaltung gedacht. (Sinfonien, Opern)

Die Musiker bzw. Komponisten waren bis zum 18.Jh. oft im Dienste des ADELS oder der KIRCHE. Für diese mussten sie AUFTRAGSWERKE schreiben - dh. sie komponierten nicht nur wenn sie gerade Lust dazu hatten, sondern mussten termingerecht bestimmte Werke komponieren und auch einstudieren bzw. aufführen.

z.B. Musik für Hochzeiten, Geburtstage, Begräbnisse, Feste, Opern, Sinfonien, Konzerte...(kirchliche Feiertage, Ballett, Marionettentheater, Kammermusik (Fürsten spielten oft selbst mit).

Im 19.Jh.

gewann das Bürgertum mehr Einfluss (Handel, Revolutionen). Die KONZERTE waren bald auch dem Bürgertum geöffnet, es entstand das bis heute übliche System des ÖFFENTLICHEN KONZERTS. dh. Die Zuhörer bezahlen für Konzerte NTRITTSKARTEN.

Die Musiker waren meist freischaffend, bzw. wurden von reichen Leuten unterstützt.(Mäzen)

Im 20.Jh:

Trennung von E-Musik und U-Musik, nach den Weltkriegen Demokratie, industrieller Aufschwung, Jugendkultur (Rock & Roll, Beat, Pop). Schallplatten, Kassetten, TV, Video,

Das KONZERT bzw. die Musik wird zur Ware, ist ein käufliches Produkt, WERBUNG spielt entscheidende Rolle, MUSIKAGENTUREN verkaufen Künstler, eigene Gesellschaften kümmern sich um URHEBERRECHTE. (AKM, GEMA). TANTIEMEN sind große Einnahmequelle für Musiker.

Neue Aufführungsorte: Stadthallen, Fußballstadien, Open Air Festivals .(Woodstockfestival, Band Aid Concert 85, Jazzfestivals) Neue Möglichkeiten durch Elektronik, technische Ausrüstung für Livekonzerte sowie Studios.

ad 2. KONZERT ALS FORM

 

Konzert als Form ist ein Stück für Soloinstrument(e) und Orchester in drei Sätzen.

1.Satz .... schnell

2.Satz .... langsam

3.Satz .... schnell

Ab dem 16. Jh. versteht man unter Concerto das Miteinander (Gegeneinanderspielen mehrerer Klangkörper (Instrumentalisten, Chöre).

 

17.Jh.

Im Barock versteht man unter „CONCERTO GROSSO“ eine mehrsätzige Form, bei der eine Solistengruppe (Concertino) einer größeren Gruppe (Tutti) gegenübersteht. Das Concerto grosso entwickelte sich aus der TRIOSONATE. In der gesamten Barockzeit spielt im Orchester der Cembalo + Bassinstrument mit. (Basso continuo)

Die Besetzung des Concertino war sehr variabel....siehe J.S.Bach ...BRANDENBURGISCHE KONZERTE

Komponist, Solist und Dirigent waren meist eine Person.(Antonio Vivaldi, J.S.Bach, Corelli, Händel, Telemann)

Vivaldi war beispielgebend für das Solokonzert im 18.Jh. Er legte im Prinzip die oben genannte Dreisätzigkeit und ein Soloinstrument fest.

Nach der Barockzeit erlangte das Concerto grosso erst wieder im 20.Jh. in der NEOKLASSIK Strawinsky, Krenek..) Bedeutung.

HB. Vivaldi - Die vier Jahreszeiten ... Der Winter

Bach - Brandenburgisches Konzert Nr.

G.F. .Händel - Concerto grosso B-Dur op.3 Nr.1 1.Satz

 

18.Jh.

Dreisätzigkeit ist jetzt üblich, weiters wird ab jetzt meist nur mehr ein Soloinstrument verwendet.

1. Satz -Sonatenhauptsatzform

2. Satz -- dreiteilige Liedform

3. Satz - Rondo

Am Ende eines Satzes wird eine KADENZ eingeschoben. Ein kurzes Solostück, das damals improvisiert wurde, bei dem der Solist Einfallsreichtum und Virtuosität beweisen konnte.

Der basso continuo fällt nun weg, das Cembalo wird vom Hammerklavier verdrängt. Das Orchester bekommt eher eine Begleitfunktion.

Komponisten: Haydn, Mozart, Beethoven

HB. Haydn -- Trompetenkonzert in Es-Dur, Beethoven Violinkonzert in D-Dur 3.Satz

Mozart Hornkonzert Es-Dur

 

19.Jh.

·        Neuerungen:

·        längere Werke

·        bessere Instrumente

·        Orchester bekommt wieder eine gleichberechtigte Position neben dem Solisten

·        gesangliche Themen, häufig von Volksmusik beeinflußt

·        Virtuosen gewinnen an Bedeutung (Paganini, Chopin, Liszt)

Komponisten: Paganini, Chopin, Liszt, Brahms, Schumann, Mendelsohn, Tschikowsky, Dvorak,

HB. Paganini, Tschaikowsky Klavierkonzert in b-moll

 

20.Jh.

Dreiteiligkeit rückt in den Hintergrund, die Orchester werden wesentlich kleiner. Trend zu barocken und klassischen Formen bei den Neoklassikern. Schwierige Verhältnisse für Kunst durch die beiden Weltkriege, viele Künstler emigrierten in die USA, Kunst wird zu einem politischen Propagandamittel für die Nazis. Viele neue Strömungen können nur schwer Fuß fassen (Zwölftonmusik, Serielle Musik, Atonikale Musik, Jazz ...). Die Hörgewohnheiten bleiben stark dem 19.Jh. verhaftet. Komponisten: Schönberg, Berg, Strwainsky, Bartok, Ravel

 

HB.Bartok Konzert für Streicher, Schlaginstrumente und Celesta (1936) 4.Satz